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Allergierisiko beeinflussen

Allergien und Asthma haben bei Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Die Gründe dafür sind nach wie vor nicht endgültig geklärt. Bekannt ist jedoch, dass sich mit geeigneten Maßnahmen das Heuschnupfen-, Asthma- und Neurodermitis-Risiko deutlich senken lässt.
Empfehlungen zur Allergieprävention gibt die im März diesen Jahres aktualisierte Leitlinie des Aktionsbündnis Allergieprävention des Bundesministeriums für Gesundheit.

Zur Zeit gibt es keine verlässliche Testung, um das Allergierisiko eines Kindes zu bestimmen. Bekannt ist, dass die Veranlagung an Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis zu erkranken vererbt wird. Daher ist die Familiengeschichte das wichtigste Mittel zur Einschätzung des Risikos bei Kindern. Ob es zum Krankheitsausbruch kommt, hängt zu einem gewissen Anteil auch von den Bedingungen ab, in denen ein Kind aufwächst.

Eltern und Personen des sozialen Umfeldes sollten zum Wohle des Kindes ab der Schwangerschaft auf das Rauchen verzichten. Die Einrichtung des Kinderzimmers mit neuen Möbeln kann die Abgabe von Schadstoffen an die Umgebungsluft bedeuten.
Eine spezielle Allergie-Diät für die Mutter wird weder in der Schwangerschaft noch in der Stillzeit empfohlen. Es gibt jedoch Hinweise, dass Fisch in der mütterlichen Ernährung in dieser Zeit einen vorbeugenden Effekt auf die Entwicklung einer Allergie beim Kind hat.

Ausschließliches Stillen für vier Monate ist die erste und wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung. Nach dem vierten Monat ist ausschließliches Stillen aus Gründen der Allergievorbeugung nicht mehr notwendig, das heißt: je nach Bedürfnis des Kindes und der Mutter kann ab diesem Zeitpunkt die Beikost schrittweise eingeführt werden. Weiteres Teilstillen ist durchaus erwünscht, da lange gestillte Kinder zum Beispiel ein geringeres Risiko zur Entwicklung von Übergewicht haben.

Falls ein ausschließliches Stillen in den ersten vier Monaten nicht möglich ist, sollten Risikokinder eine Spezialnahrung erhalten. Als Ersatz für Muttermilch werden teil oder voll Eiweiß aufgespaltene (hydrolisierte) Säuglingsnahrungen (HA-Nahrung oder Vollhydrolysat) empfohlen. Ziegen und Schafsmilch sowie Sojamilch oder Getreidegetränke sind als Ersatz nicht geeignet.
Kuhmilch und Weizen werden in der Beikost ab dem 4. Lebensmonat zugelassen und sind nach den neuen Leitlinien nicht mehr zu meiden. Neu ist auch, dass nach dem ersten Lebensjahr nicht mehr auf Fisch und Hühnerei zu verzichten ist. Auch als stillende Mutter braucht man zur Allergievorbeugung bei der Ernährung auf nichts zu verzichten.

Expertentipp Claudia Fabian-Bach im Gesundheitsratgeber „Schwangerschaft und Geburt“ der Rhein-Neckar-Zeitung vom 21.Juli 2009



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